Ans Ende

Citytrip gen Nord-Nord Ost - Tallinn und Helsinki

Mal wieder ein Städtetrip dachte sich der Weihnachtsmann.
Anja und Jens am Flughafen Helsinki
Prost Helsinki! 10€ pro Tasse

Und so flogen Jens und Anja gen Norden, während Emilia bei Oma und Opa weilt.

Erster Halt Helsinki.
Am Flughafen 2 Bier für 21 (!) Euro. Ordentlich.
Auf den (erwarteten) Schock erstmal weiter nach Estland.
Abflug, 20 Minuten in der Luft, landen.
Anja und Jens am Flughafen Helsinki
3 Sisters Hotel.
Lohnt fast gar nicht, kann man auch schwimmen... hier ist Alkohol möglicherweise günstiger. Hoffen wir.

Per Taxi geht es ereignislos zu unserem Hotel - zum ‚3 Sisters’ Hotel. Dieses müssen wir wohl versehentlich gebucht haben, denn es liegt deutlich über unserem eigentlichen Budget und Standard.
Aber... echt gut! Ein tolles Zimmer in einem echt charmanten Hotel.

Trotz des langem Trips wandern wir voll motiviert los.
Dank TripAdvisor landen wir in einem veganen (!) leckerem (!!) Restaurant, welches uns absolut überzeugt. Touris und Einheimische fotografieren hier Tisch an Tisch ihre Speisen, poste sie in sozialen Medien und sind glücklich. Scheint ein "Place to be" zu sein. Passt. Das hauseigene IPA schmeckt und wir realisieren, dass es doch nicht so teuer ist wie befürchtet / wie in Finnland.

Danach geht es ins Bierhouse, eine Art Hofbräuhaus mit live Band.
Anja und Jens am Flughafen Helsinki
Grosses Bier auf Speisekarte. Lecker.

Nicht von TripAdvisor empfohlen, aber trotzdem nett.
Auch Einheimische tanzen und feiern hier. Eine Mischung aus Ballermann, Hofbräuhaus mit baltischer Note und estnischer Musik
2 Bier später stellen wir fest: die Bürgersteige werden um 12 hochgeklappt. Reicht aber sich für einen langen guten Tag :-). Erster Eindruck: die Altstadt hier ist übersichtlich, alles fussläufig erschließbar, charmant und .... einfach toll!



Zweiter Tag:

Nach ausführlichem und leckerem Frühstück haben wir folgendes Ziel: Erschließung von Tallinn! Auf geht's.
Erste Sehenswürdigkeit: 3 Sisters Hotel. Gut, da wohnen wir, Check.
(Haben noch nie in einer Sehenswürdigkeit gewohnt... das ist echt ungewohnt.)
Wir wandern durch die Gassen, sehen dabei ein Freilufttheater was mitten in der Altstadt rekonstruiert wird, einen berühmten Gang (Katariina Kirik) und wandern hoch auf den Kirchturm zu St. Olav Kirche. Über 300 Stufen und oben hat man eine fantastische Aussicht.
Da wird dem Jens fast übel: schaut man nach oben zur Dachspitze sieht es aus als würde gerade alles zusammenbrechen. Aber da muss man eben durch.

Anja und Jens am Flughafen Helsinki
Blick durch die Gassen
Anja und Jens am Flughafen Helsinki
Krasser Turm. Schwindel...
Anja und Jens am Flughafen Helsinki
Charm der Altstadt
Anja und Jens am Flughafen Helsinki
Berühmte Gasse



Wir gehen zur Touri Info und folgen einer "Free walking Tour" durch Tallinn City.

Miriam, unser Guide, erzählt uns viel in den folgenden 2 Stunden.
Am besten gefällt uns ihre Anekdote zur estnischen, komplexen Sprache: es wird nicht zwischen ‚er‘ und ‚sie‘ unterschieden, es gibt hier nur ein neutrales Wort im estnischen.
Weiterhin gibt es im estnischen keine ‚Zukunft‘ als Zeitform. —> Estland has no sex and no future.

Anja und Jens am Flughafen Helsinki
Touristin fotografiert Touristen.


So wandern wir zukunfts- und sexlos durch die Stadt, sehen dabei die Oberstadt mit ihrer prachtvollen russisch orthodoxen Kirche und einen tollen Aussichtspunkt, wandern in die Unterstadt und erfahren was über die älteste Apotheke Europas, über den alten Tomaas am Rathausplatz und warum Esten sich gegenseitig auf die Füße schauen statt in die Augen.

Anja und Jens am Flughafen Helsinki
Orthodoxe Kirche. Schön.


Nach 2 unterhaltsamen Stunden ist Die Tour vorbei.
Um es komplett zu erschließen wandern wir noch einmal rein in die russische Kirche (sieht von außen cooler aus als von innen) und gehen zum Rotermann Viertel. Architektonisch wertvoll, aber viel machen kann man da nicht.

Damit gilt Tallinn als erschossen.
Man kann alles fussläufig machen, die "Walking Tour" ist super und die Altstadt ist echt charmant.

Anja und Jens am Flughafen Helsinki
Bye Bye Tallinn.
Abends waren wir zuerst eine Pizza (bzw. Knoblauch mit ein bisschen Teig) essen im Pulcinella, danach weiter zu einem erwähnenswerten Abend ins Rock Café. Gute Idee, aber etwas früh. Angekommen hören wir laute Musik. Ok. Niemand da. Wir sehen folgenden Zettel:

Geil, live Bands! Ab 9!
Darauf warten wir bei einem Bier auf 9 Uhr.
Dann aber...

Ein Mann kommt rein und begrüßt jeden. Auch uns. Stellt fest, dass wir aus Deutschland sind.
‚Oh, Deutschland, Nazis!‘. Ich erkläre sofort ‚No, no!‘, aber er macht weiter, schwingt den Arm in Luft begleitet von einem ‚Sieg Heil!‘.
Nicht unser Ding.
Raus hier. Wenn Nazis willkommen sind, wir für Nazis gehalten werden , er ein Nazi ist... egal wie man es dreht, hier werden wir nicht glücklich.

Abschluss im Bierhaus mit Salmiakki, Bier und bayrischem Tanz. Zuerst etwas skurril, aber die Esten scheinen es zu mögen und gehen echt ab.

Bye bye Tallinn!


Auf geht's zur Fähre - kalt aber gemütlich geht es nach Helsinki. Erwartungshaltung hier: schöne Stadt aber teuer.


Ankunft Helsinki

Ereignislos und ruhig sind wir nach 2 Stunden Schiffchen fahren in Finnland. Vor Ort geht es per Tram weiter zum Hotel. Sehr freundlich alles.

Anja in Helsinki
Anja in Helsinki
Die spinnen die Finnen
Die spinnen die Finnen
Wir wandern einmal in die City (wo ist denn das City Center ??) und stellen fest:
- Touri Information zu.
- Pizza Magerita 14€ (und nur mittel-gut).
- Alles macht vor unserer Nase zu
- Trotz 7 Grad gehen Finnen ins Freibad in die Ostsee.
Die spinnen die Finnen. Hart.

Sehenswürdigkeiten haben alle zu, einzig die lutherische Kirche dürfen wir von innen sehen. Von außen sieht so fantastisch aus, von innen ein wenig spartanisch aber eine krasse Orgel. Definitiv einen Besuch wert!

Ansonsten spielen wir zu Hause eine Runde Karten bei Rum und Salmiakki. Gemütlich und preiswert :-)



Tag 2 - wir stellen fest, es sind definitiv nicht unsere besten Tage...
Gestern hatte der Markt zu. Riesenrad vor unserer Nase zu gemacht. Hop on Hop off außer Dienst. Restaurants zu.
Heute: Hop on Hop off nur am Wochenende. Orthodoxe Kirche nicht Montags (heute ist aber Montag!). Führung in der Seefestung nicht am 30.04.(= heute)
Dafür findet heute Vappuu statt, ein Fest was uns angepriesen wird.
Aber der Reihe nach.
Seefestung von oben
Seefestung


Wir ergattern eine Platz in der Panoramatour durch Helsinki. Nett. Sehen alles was zur Stadt dazu gehört, aber es gibt nichts was uns jetzt absolut umhaut. Danach fahren wir mit Boot zur Seefestung Suomenlinna. Die Fahrt ist traumhaft in der Sonne. Die Insel ist ein großer Place to be, viele kleine Ruinen, viel Natur, ein U-Boot kann angeschaut werden und heute sind viele gut gelaunten angetrunkenen Studenten unterwegs.
Schön :-).
Nach 2 Stunden umherschlendern fahren wir wieder zurück und bereiten uns auf das Fest vor.

Finnenbad im Brunnen
Finnenbad im Brunnen
Vorher gehen wir noch einmal zur orthodoxen Kirche die echt fantastisch aussieht. Leider geschlossen, so können wir sie nur von außen bewundern.

Dort sehen wir viele Studenten mit Hüten und Ballons, jeder mit Sekt in der Hand. Vorne spielt eine Band. Alles geht los um 18 Uhr, vielversprechend scheint uns die Sonne auf den Rücken. Die Stimmung ist gut. Vielleicht haben wir hier ien zweites Karneval ?
Doch... leider...
nach 45 Minuten löst sich die riesige Menge auf und zerstreut sich in alle Himmelsrichtungen. Ein paar Studenten haben zuvor eine Statue mit einem Schaumbad gewaschen und selbst im Brunnen gebadet. Kalt. Aber viel mehr passiert nicht.
Wir wandern gemütlich zurück und beenden den Tag.

Orthodoxe Kirche
Orthodoxe Kirche
Am letzten Tag erschließen wir noch ein paar weitere Sehenswürdigkeiten;
Zuerst den -laut google- drittschönsten Bahnhof der Welt. Er ist nett, echt n geiles Gebäude, aber ich verstehe nicht warum er zB schöner sein soll als die Central Station in New York.
Dann die Stille Kapelle - eine Holzkirche. Definitiv anders als alle anderen Kirchen, aber irgendwie habe ich einen besonderen, besinnlichen, meditativen Platz erwartet. (vielleicht auch aufgrund der anderen Touristen)
Final besuchen wir noch das Riesenrad. 10€ ist ein stolzer Preis, aber dafür drehen wir auch 4 Runden und haben eine entspannte Zeit.
Das hat sich gelohnt!
Kirche aus Holz
Kirche aus Holz



Zum Schluss sagen wir noch einmal zu unserem Lieblingsspot auf finnisch "HeyHey", der Lutherkirche.
An jedem Tag hat sie uns begrüßt und an jedem Tag ist sie in einer anderen Stimmung.
Das beeindruckenste Gebäude der Stadt.



Fazit:

Tallinn - charmante kleine Altstadt, wunderschön, leicht zu erschließen.
Helsinki - ein wenig komplizierter und größer, definitiv eine schöne Stadt, aber nicht weit oben auf unserer ‚Toplist‘

Zum Schluß, best thing in Helsinki - Die Lutherkirche:

Lutherkirche 1
Leer. wetter mäßig.
Lutherkirche 3
Gut besucht bei Sonne.
Lutherkirche 2
Leer bei Sonnenschein.




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