Ans Ende

Vietnam ? Myamar ?? Peru ??? Lanzarote!


Playa Blanca Lanzarote - eine Insel auf den Kanaren. Pauschiparadies.
Warum ausgerechnet dorthin ?
Die Erklärung ist kompliziert, einfach und schön zugleich: Die Frau darf nicht mehr soweit fliegen.
Ein Kind kommt bald auf die Welt!!

Dafür verzichten wir gerne auf weites Fernreisen mit exotischem Essen, von der Hand in den Mund leben und nie wissen, was der nächste Tag bringt

Und auf den Kanaren herrscht ja bekanntlich immer gutes Wetter - ganze 3 Tage soll es im Schnitt im November auf Lanzarote regnen.
Trotzdem, ganz Pauschi können wir nicht.

Angekommen nach 4 Stunden Flug (Direktflug mit Condor zu 280 Euro p.P hin und zurück) landen wir in Arecife, der Hauptstadt von Lanzarote. Hier nehmen wir keinen Pauschi Bustransfer und kein Taxi, wir bestehen darauf uns mit öffentlichen Verkehrsmitteln durchzuschlagen.
Und gesagt getan, so geht es für 3,30 Euro p.P. mit dem 161er nach Playa Blanca - 45 Minuten in einem akzeptablen Bus. Dort angekommen geht es zu Fuß ca. 10 Minunten zum Hotel "Princess Lanzarote", ein H10 Hotel.

Das 4-Sterne Hotel (750 € p.P., HP, 14 Tage) an sich ist flach gebaut - wie fast alle Gebäude auf der Insel. Kaum Riesenbunker und Sünden aus vergangenen Jahrzehnten zerstören das Stadtbild.
Zimmer im Hotel
Das Hotel hat eine schönen Poollandschaft, Tischtennisplatte, einen etwas in die Jahre gekommenen Fitnessraum und sogar eine Playstationecke - die wir aber nicht ausprobiert haben.
Das Essen -wir haben Halbpension gebucht- besteht morgens und abends aus einem großen Buffet. Satt wird hier jeder, die Qualität und Variation ist ok. Generell stellt man (nicht nur im Speisesaal) fest, dass das Hotel und die Insel hauptsächlich von älteren Leuten besucht wird. Besondere Höhepunkte: Morgens die Flasche Smirnov, die ganz normaler Teil des Frühsstückes ist und Abends der Schokobrunnen, der Kinder (und Jens') herzen höher schlagen läßt.

Das Animationsprogramm haben wir soweit es ging gemieden. Trotzdem lief jeden Abend eine hochmotivierte, immer lächelnde Blume durch den Essenssaal und warb für die Minidisko. Ich fürchte in 2-3 Jahren haben wir genug Minidisko, da genießen wir den Abend lieber mit einer angenehmen Partie Dominion.

Unser Zimmer ist groß und wirkt auf den ersten Eindruck gut. Auf den zweiten Blick sieht man jedoch, dass gerade das Bad ein wenig in die Jahre gekommen ist (Rost an Handtuchhalter, Dusche nicht wirklich sauber...) und das die Betten nicht mit Komfort klotzen, Matratzen sind ausgeleiert (eine megahart, eine unbequem halbhart) und dass Sofa ist muffig. Trotzdem sind wir zufrieden und beschweren uns nicht.

Playa Blanca, die Strände und die City

Der Strand von Playa blanca Der Ort ist toll. Er hat einen kleinen Strand (Playa Blanca) und eine eeeeeewig lange Promenade, die viele Kilometer in beide Himmelsrichtungen ragt. Dazu viele Shoppingmöglichkeiten, Pubs, Restaurantes, Supermärkte... fast nix zu vermissen. Der Ort bekommt eine gute 2 als Note. Zu einer besseren Note reicht es nicht, da es stark an Touristen ausgerichtet ist, hier geht aber so ein wenig der "einheimische Charme" verloren.

Eine deutlich schlechtere Note hingegen bekommt das Wetter, für das die Kanaren doch eigentlich so berühmt sind. Insgesamt haben wir kaum Sonnenstunden, dafür aber ganz viel Regen erlebt. Noch nie haben wir bis hierhin freiwillig in einem Urlaub den Fernseher angemacht, aber tatsächlich war es dieses mal soweit.
Playa Blanca Die passenden trockenen Stunden nutzen wir um das Städtchen kennenzulernen oder um mal kurz auf der Liege am Pool zu liegen. An den Strand haben wir es in 14 Tagen 3x geschafft, so dass wir in Summe auf ca. 4 Strandstunden kommen.

Während der ersten Tage erkunden wir Playa Blanca ausführlich. Es gibt einen netten Strand der -zumindest im November bei mäßigem Wetter- nicht überlaufen ist. Hauptsächlich rüstige Rentner räkeln sich hier auf den Liegestühlen. Das Meer ist meist ruhig, eine kleine Bucht. 3-5 Reihen Liegestühle säumen den Strand, aber es gibt auch genug Platz zum Liegestuhlfreien sonnenbaden.
Es gibt noch 2 weitere Strände in Reichweite; 2,5 km westlich liegt die Flamingo Beach ist etwas kleiner - nicht so erwähnenswert. Eine Frau und ihr bike
Papagao Strand Etwas weit weg vom Schuss und viel weiter östlich gibt es die "Papagayo Beaches". Diese Strände sind eine separate Erwähnung wert

Per Bike fuhren wir bis zum Rande des Naturschutzgebietes Papagyo, von dort aus ging es durch eine Art Mondlandschaft weiter per Wanderung. Aber es lohnt sich, nach kurzer Zeit kommt die erste Sandbucht in Sicht.
Wenn man von den (rüstigen Rentner...) FKK Touristen absieht ist es echt ein lohnenswerter Anblick. Von hier aus kann man noch weitere Strände und Buchten erkunden, meine Lieblingsbucht war die zweite vom Startpunkt aus gesehen. Aufgrund der Brandung konnte ich hier super Wellen beobachten und mit ihnen "spielen". Wir wanderten weiter bis zu einer kleinen Bar, dort eine schnelle Cola und zurückwandern - der nächste Regen kommt bestimmt...
Papagayo Strand Nr. 2
Läuft man die Promenade in Richtung Flamingo Beach, so passiert man zuerst den Hafen (von hier fährt man gen Fuerteventura) dann Flamingo Beach und ca. 3 km nach Flamingo Beach kommt "das Ende von Lanzarote", markiert durch einen Leuchtturm - nett anzusehen!

Die Promenade von Playa blanca Anja Ansonsten können wir noch den Markt in Maria Rubicon empfehlen, einmal drüberwandern und den Killefitz bewundern ist ein netter Zeitvertreib.

Überhaupt, die Promenade in beide Richtungen von Playa Blanca aus gesesehen ist fantastisch. Sie erstreckt sich viele Kilometer in beide Richtungen und ist gut ausgebaut und meist auch ein wenig belebt.

Sehr schön ist es auch in beide Richtungen zu joggen - ab Playa Blanca in östliche Richtung sind es ca. 5,5 km bis zu einem Leuchtturm - eine tolle Strecke! Und gen Westen geht es auch mehrere Kilometer bis zu den Papagayo Beaches.

Grosse Inselrundfahrt

Eine Woche ist vorbei und schlechtes Wetter hin oder her, wir wollen die Insel kennen lernen.
Ausblick vom hoechsten Berg Kurz die Preise verglichen und mögliche Routen ausgekundschaftet; da wir schlecht vorbereitet sind, wollen wir uns an einer Pauschitour beteiligen und nicht auf eigene Faust rumfahren. So nehmen wir zu 45 Euro pro Person die große Inselrundfahrt bei "Last Minute Tours" wahr.

Und es begann echt scheisse...

8:15 sollen wir abgeholt werden - nicht von unserem Hotel, dass ist wohl zu kompliziert, sondern von einem Hotel um die Ecke. Kirche in der mitte von Lanzarote Um 9:15 trifft der Bus ein. Auf meine grantige Frage, was das soll etc. antwortete der Guide nur "9:15 - war doch klar. Kann daran nix ändern." Nie wieder drüber gesprochen. Passende Bewertungen sind gefolgt.
Der Bus besteht aus ca. 70 Plätzen und ca. 62 Rentnern.
Wir sitzen die ganze Zeit gegen die Fahrtrichtung (sind als letztes abgeholt worden) und dürfen einem mediumsympatischen jungen Pärchen dabei zusehen, wie sie sich gegenseitig an Füßen und sonstwo rumspielen ("My boobs...").

Nein, Danke.
Inhaltlich war die Tour dafür ganz ok.
Höhlen Zuerst ging es ganz gen Norden, hier dürfen wir den Ausblick auf die vorgelagerten Miniinseln genießen und vom höchsten Punkt Lanzarotes (ca. 700m) das Panorama bewundern. Weiter geht es zu einer Weinprobe, gefolgt von einem Mittagessen in einem kleinen Ort, wo wirklich interessante Kirche steht. Bis zu dieser Kirche floß im Jahr 1730 die Lava, dann stellte irgendein mutiger Mensch ein Holzkreuz auf den Boden und sagte sowas wie "bis hier hin und nicht weiter". Die Lava verschonte das Dorf und an dieser Stelle wurde eben jene Kirche gebaut.

Kochendes Wasser Gestärkt geht es zu einem Lavatunnel (Jameos del Aqua), den der Star der Insel (Cesar Menrique) aufgehübscht hat. Einen Swimmingpool, Albinokrebse und ein Konzertsaal - surreal und sehenswert.
Weiter ging es zu den Feuerbergen, dem Nationalpark "Timanfaya". Hier wird uns zunächst gezeigt wie heiß es noch in der Erde ist, danach fahren wir durch eine Lavawüste hindurch und lassen uns mit Informationen und lauter Musik berieseln. Die Landschaft ist sehr beeindruckend und auch die Geschichte dazu, dass die Vulkane nach und nach entstanden sind und aktiv waren - wirklich toll und ehrfurchtgebietend. Die Landschaft erinnert teilweise an das surreale Mordor. Mordor

Zum Abschluß fahren wir noch zum "El Golfo" - was wir da sollten weiß ich nicht genau. Man konnte schwarzen Sand und eine grüne Lagune sehen und ein Foto davon machen. Ein richtiges Aha Erlebnis war das aber nicht.

Dann war die Tour auch wieder vorbei und so haben wir einen Tag mit echt gutem Wetter im Bus verbracht. Ja, einerseits ist die Tour empfehlenswert, andererseits würde die Kombination aus gutem Reiseführer und Mietwagen evtl. ein schöneres Erlebnis bringen...


Biken in Playa Blanca

Jens und Niko mit Bikes Einen Tag nach der Inselrundfahrt bekommen wir Besuch aus Düsseldorf / Costa Teguise; Niko und Sonja + Töchterchen Johanna sind zufällig auf derselben Insel, also haben Jens und Niko sich spontan zum Biken verabredet. Während die 3 Mädels gemütlich shoppen und Eis essen, steht für die Männer ein echtes Männerprogramm auf dem Plan. Für je 24 Euro werden vollgefederte Mountainbikes gemietet (Bei Papagayobikes, die Bikes waren jeden Cent wert!) und dann geht es sportlich gen Osten.
Ziel, ein paar Vulkane umrunden, in einem Ort auskommen, dort eine Pause machen und dann gemütlich zurückfahren. Das alles in ca. 4-5 Stunden.

Die Realität sah ein wenig anders aus;
Sonja und Anja unterm Baum Los ging es gemütlich über die Promenade (Rentnerslalom) zu den Papagayo Beaches. Von da an war es pur Offroad. Nach ca. 5 Minuten Geländefahren liegt ein Stein auf dem Weg (Überraschung, der Weg besteht NUR aus Steinen, manche sind größer, manche kleiner.), der leider die Pedalhöhe von Jens übertrifft - so segelt Jens mitsamt Bike gen Boden. Das gute iPhone überlebte knapp dank Schutzhülle, Jens ging es bis auf ein paar Schürfwunden auch gut.

Danach folgte eine traumhafte Landschaft. Wanderwege, mit Schotter, viel Steinen und Asche/Sand markierten den Weg. Meist ging es einigermaßen vorwärts, manchmal musste aber auch geschoben oder getragen werden.

Nach ca. 90 Minuten kommt das Gefühl absoluter Einsamkeit auf, es ist toll, der Ausblick auf das Meer ist fantastisch. Leider geht hierbei ein wenig die Orientierung verloren...

Da der weitere Weg ungewiss ist, entschieden sich die zwei Biker einmal für einen falschen Weg - mit der Folge, dass das Rad nun über einen kleinen Bergrücken hochgetragen / geschoben werden muss.
Da die Ortschaft in uthopischer Ferne zu liegen scheint, entschließen sich Jens und Niko dazu, quer durch einen Vulkan abzukürzen. Eine unglaubliche Strecke folgte dann. Unglaublich anstrengend, unglaublich schön und echt anspruchsvoll geht es hoch bis zu einem Scheitelpunkt, an dem man Meer in westlicher und östlicher Richtung sehen kann. Von dort aus geht es per Zick Zack steil runter und eine echt coole Biketour endet langsam.
Fazit: Sehr anstrengend, aber absolute empfehlenswert - ob mit oder ohne Guide!

Abends gehen wir erstmals extern essen und landen im Lokal "Le Artist" - hier speisen wir alle 5 fantastisch zu leicht gehobenen Preisen. Eine absolute Empfehlung für das Lokal, was in zweiter Reihe an der Playa Blanca liegt.

Costa Teguise und die letzten Tage auf der Insel

Die weiteren Trage sind geprägt von Regen und Sturm - wenig Möglichkeiten etwas zu unternehmen. Von den angekündigten 3 Regentagen im November im Schnitt haben wir gute 10 mitgenommen im Jahr 2014...
Wir machen von Anfang bis Ende das beste daraus, aber die Insel ist mehr für Sommerurlaube geschaffen als für Regenurlaube.
Meist sieht es so aus, dass man sich nach draussen wagt, dann gibt es eine leichte Wassersprühdusche die harmlos ist und dann kommt eine Art Monsun runter.

Am Drittletzten Tag entfliehen wir Costa Blanca und besuchen Niko und Sonja in Costa Teguise. Hier wollten wir eigenltich eine kleine Bike Familytour machen, aber unbeständiges Wetter und komische Bikeladenverkäuferin hindern uns daran. (Zitat: "Wenn ihr die Räder dreckig macht, dann verzichte ich lieber auf die Einnahmen und vermiete Euch keines...").
So spielen wir eine Runde Domini und Biberbande, lernen den Ort kennen (auch ein nettes Örtchen) und gehen akzeptabel essen.
Hingebracht hat uns ein gemieteter Chevrolet zu 35 Euro für einen Tag - fairer Kurs und die Spritpreise sind auch sehr günstig (1 liter = 1 Euro) auf der Insel.

So geht ein Urlaub zu Ende und ironischerweise ist an unserem Abreisedienstag fast kein Wölkchen zu sehen und die Sonne brennt. Uns ist es nun egal, wir haben uns von dem Wetter nicht stressen lassen, das beste draus gemacht und ein wenig erholt.

Fazit des Urlaub: Jens und Anja kommen auch ohne gutes Wetter zurecht - trotzdem ziehen wir es vor, wenn uns die Sonne anlacht. Lanzarote hat Potential und besonders das Biken in den Vulkanen ist eine tolle Sache.

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